ERCP (endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie)
Die ERCP ist ein invasives Untersuchungsverfahren, mit dem die Gallengänge und die Bauchspeicheldrüse (= Pankreas) dargestellt und behandelt werden können. Die ERCP schließt sich meist an auffällige Befunde in einer Ultraschalluntersuchung, Computertomographie oder Blutuntersuchung an.
Sie kommt zur erweiterten Diagnostik u. a. folgender Symptome und Krankheitsbilder zum Einsatz:
Zu Beginn der Untersuchung wird das weniger als 1 cm dünne Endoskop durch den Mund in die Speiseröhre, Magen und zuletzt den Zwölffingerdarm (oberster Abschnitt des Dünndarms) vorgeschoben. Ein lokales Betäubungsmittel erleichtert das Einführen durch den Rachenraum. Um optimale Untersuchungsbedingungen zu erzielen, wird die Untersuchung mit Hilfe einer Beruhigungsspritze durchgeführt.
Bei der Untersuchung wird mit einer Video-Optik die Einmündung von Gallengang und Bauchspeicheldrüsengang in den Zwölffingerdarm aufgesucht. Danach wird ein dünner Kunststoff-Katheter in den jeweils zu untersuchenden Gang vorgeschoben, um ein jodhaltiges Röntgenkontrastmittel dort einbringen zu können. Das Verteilungsmuster des Kontrastmittels wird mit einer Durchleuchtung beobachtet und dokumentiert. Außerdem können weitere Instrumente, wie z. B ein "elektrisches Messer" zur Erweiterung der Gallengangsmündung - sogenannte Papillotomie - zum Einsatz gebracht werden, um im Anschluss kleine Operationen mit z.B. Ballons, Körbchen oder Stents durchführen zu können.
Für die Untersuchung dürfen Sie mindestens 6 Stunden vor der Untersuchung keine feste oder flüssige Nahrung zu sich genommen haben. Die Atmung wird durch die Untersuchung nicht behindert und durch einen sogenannten Pulsoxymeter überwacht. Eine durchschnittliche ERCP dauert ca. 20-30 Minuten.

























